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Preisgestaltung ist nicht nur ein schwieriges, es ist auch ein sehr wichtiges Thema. Immer wieder bekomme ich Fragen wieso Fotos denn so und so viel kosten, deshalb hier meine Gedanken dazu:

Eine kleine Geschichte zur Einleitung
Pricing: A Lesson from Picasso

A woman was strolling along a street in Paris when she spotted Picasso sketching at a sidewalk café. Not so thrilled she could not be slightly presumptuous, the woman asked Picasso if he might sketch her, and charge accordingly.
Picasso obliged. In just minutes, there she was: an original Picasso.
„And what do I owe you?“ she asked.
„Five thousand francs,“ he answered.
„But it only took you three minutes,“ she politely reminded him.
„No,“ Picasso said. „It took me all my life.“

(Aus: Harry Beckwith: Selling the invisible. A Field Guide to Modern Marketing, S. 136)

Die Geschichte zeigt wunderbar das Dilemma der Preisgestaltung bei Dienstleistungen auf, die nicht (nur) nach dem zeitlichen Aufwand zu bemessen sind.

Also wie nun?

Sind Preise zu hoch angesetzt, kommen zu wenige Aufträge herein. Wird zu günstig kalkuliert, ist die Chance für mehr Aufträge zwar höher, gleichzeitig aber auch das Risiko sich selbst so zu verausgaben, dass langfristig das Geschäft nicht aufrechterhalten werden kann.

Aber „zu teuer“ und „zu günstig“ sind relative Aussagen, die immer von einem gewissen Standpunkt aus getätigt werden. Alles eine Frage der Betrachtung – die gerade bei kreativer Arbeit auch sehr subjektiv ist.

Wie viel nun ein Foto wert ist, muss jeder für sich beantworten. Ich kann hier aber gerne aufschlüsseln, was alles zu berücksichtigen ist. Sehr allgemein gehalten – ohne Kosten für Mitarbeiter oder Studiomiete, die eventuell noch zusätzlich anfallen.

Einnahmen Ausgaben
Bezahlung der Fotos Zeit fürs Fotografieren
Zeit fürs Nachbearbeiten
Equipment (Kameras, Objektive, PC, Verpackung etc.)
diverse Abgaben (MwSt, Einkommenssteuer, Sozialversicherung, Kammerumlage)
Zeit für die Vorgespräche/E-Mails
Zeit und Kosten fürs Marketing (Homepage etc.)
Nutzungskosten bei Werbefotos
Zeit und Kosten für (Aus- und) Weiterbildung…
…und in weiterer Folge der daraus resultierende spezifische Blick des Fotografen**

**Einer der wesentlichsten Punkte überhaupt und sehr schwer monetär zu bemessen. Auch wenn es oft einfach aussieht, Fotografieren ist mehr als ein zufällig gelungener „Schnappschuss“. Der Fotograf wählt seinen Standpunkt bei jedem Foto bewusst (auch bei nicht arrangierten Reportagebildern), entscheidet sich für ein Objektiv, eine Blende, eine Brennweite, achtet auf das Licht und überlegt sich genau wann er den Auslöser drückt.

Übrig bleibt, wenn man alles durchdividiert, ein Betrag der nicht mehr ganz so schön aussieht wie auf der Rechnung. Allerdings, und das meine ich ernst: Ich kann mir zur Zeit wirklich nichts Schöneres vorstellen. Und ich freue mich, wenn wir uns bald sehen!

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