MENU

Wer bist du und was machst du?

Monika Mayr, ich bin Grafik Designerin und führe mit meinem Partner gemeinsam ein österreichisch-spanisches Design Studio in Madrid und Freistadt. Wir arbeiten etwa ein Drittel der Zeit in Spanien, ein Drittel in Österreich und ein Drittel auf Reisen. Eine tolle Abwechslung, die uns inspiriert und motiviert.

Was war deine Ausbildung, dein Weg bis heute?

Nach einigen Semestern Wirtschaftswissenschaften hatte ich den starken Drang, parallel etwas “praxisorientierteres”, kreativeres zu machen und mehr dem nachzugehen, was mir richtig Spaß macht – gestalten. Ich bin dann ins Kolleg für Grafik- und Kommunikationsdesign und hab mich daraufhin nach wenigen Jahren Agenturerfahrung für die Selbstständigkeit entschieden. Mittlerweile kann ich mir gar nichts anderes mehr vorstellen.

Was machst du am liebsten bei deiner Arbeit? Welche Projekte?

Branddesign ist unsere Spezialisierung. Ich liebe es mit Kunden zu arbeiten, die mit Begeisterung dabei sind und für ihr Produkt / ihre Dienstleistung “brennen”. Wir sagen auch ganz klar: Wir suchen nicht nach großen Projekten, sondern nach großartigen. Ein ganz tolles Projekt, an dem wir bis zuletzt gearbeitet haben, ist z.B. ein Boutique Hotel in Lanzarote (www.buenavistalanzarote.es). 5 Design Suiten in Mitten atemberaubender Vulkanlandschaft. Alles ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass es zum unvergesslichen Erlebnis wird. Genau solche Marken, die sich trauen, Dinge anders anzugehen, liegen uns besonders am Herzen und wir helfen Ihnen dabei, diesen Unterschied zu visualisieren.
Wir haben für uns ein paar einfache “Arbeitsregeln” aufgestellt, ganz oben auf der Liste: Spaß haben bei dem, was wir machen – mit je mehr Leidenschaft und Vergnügen wir arbeiten, desto besser werden die Ergebnisse, gleiches sehen wir auch bei unseren Kunden.

Was bekommt man von euch?

Unser Branding Prozess ist in 3 Phasen geteilt: 1. Know the brand, 2. Dress the brand, 3. Brand Manual. In der ersten Phase geht es darum, möglichst viel über das Unternehmen zu erfahren und Antworten auf folgende 3 Fragen zu finden: Was macht der Kunde, wie macht er es und vor allem WARUM. Dann geht’s an die Recherche, Analyse der Mitbewerber, Ausarbeitung der Merkmale & Persönlichkeit, Definition der Markenwerte & Markenidee – aus diesen Werten entwickeln wir dann das visuelle Erscheinungsbild der Marke. Das ist für uns die Phase, die am meisten Spaß macht. Die Idee & Werte klar im Kopf wird herumexperimentiert. Dabei ist erstmal alles erlaubt, dann wird aussortiert und immer weiter verbessert, bis man zu einem optimalen Ergebnis kommt. Die Kunden werden dabei von Anfang an in den Prozess miteinbezogen, denn sie sind schließlich die jenigen, die am meisten über das eigene Unternehmen wissen. Im Normalfall gibt es wöchentliche Updates des Arbeitsprozesses. Wir bieten (Re)branding, Print & Webdesign, Packaging Design, sowie Illustrationen und Ausstellungsdesign.

Was ist die größte Herausforderung bei deinem Beruf?

Innovative Lösungen erschaffen. Oft hat man z.B. tolle Ideen für ein Logo und dann kommt man in der Recherche drauf, dass es irgendwo auf der Welt doch schon was Ähnliches gibt und man fängt wieder von vorne an. Für uns ist es ganz wichtig global zu denken und zu arbeiten und es gibt nun mal sehr viele Unternehmen und Logos, da ist Durchhaltevermögen gefragt um Neues zu erschaffen. Zudem das Vertrauen und die Risikobereitschaft der Kunden gewinnen, sie davon überzeugen, dass eine “Standard Lösung” nicht die optimale Lösung ist. Oft gefallen einem Sachen erst, wenn man sie schon öfter mal irgendwo gesehen hat und innovative Lösungen erscheinen befremdlich. Aber nur so kann man sich von der Masse abheben und herausstechen. Etwas Schönes zu gestalten ist einfach, Arbeiten zu erschaffen, die in den Köpfen bleiben, anders sind und inspirieren ist die größere Herausforderung.

Wie strukturierst du den Arbeitsalltag?

Morgens geht’s erstmal mit dem Hund raus. Dann entweder ins Büro, zu Meetings oder wir arbeiten von zu Hause aus, ganz unterschiedlich. Ich habe festgestellt, dass ich am Vormittag am produktivsten bin und gut kreative Arbeiten erledigen kann. Nachmittags / Abends ist für mich die bessere Zeit um Informationen aufzunehmen, für Recherche & E-Mails, …
Wenn ein Projekt holprig vorangeht, dann macht es für mich auch keinen Sinn in dem Moment daran weiterzuarbeiten. Dann lieber ganz was anderes machen, rausgehen, an anderen Projekten arbeiten, … Oft kommen die Ideen sowieso erst dann, wenn man sich mit anderen Dingen beschäftigt. Zudem reisen wir auch liebend gerne und arbeiten von unterschiedlichsten Orten aus, das motiviert uns sehr. Wir versuchen nicht zwanghaft fokussiert zu bleiben, nutzen aber fokussierte Momente voll aus. Einmal im Workflow kann’s auch spät werden. Das ist für mich ein riesengroßer Vorteil der Selbstständigkeit – flexibel und selbstbestimmt arbeiten, dann, wann es gerade sinnvoll ist. Woran wir uns orientieren und halten sind Deadlines, innerhalb dieses Rahmens sind wir aber flexibel.

Gibt es Basic Grafik Tipps, Grundregeln wie man besser gestalten kann?

Wie in vielen Bereichen: Weniger ist mehr. Wenn ein Konzept zu kompliziert wird, dann läuft was falsch. Das Wesentliche herausarbeiten und dabei so einfach wie möglich bleiben.
Und wenn es um einen professionellen Unternehmensauftritt geht, sollte man sich natürlich auch professionelle Hilfe suchen.

Wünsche / Pläne für die Zukunft?

Nach einigen Lanzarote Aufenthalten haben wir festgestellt, dass uns dort alles viel leichter von der Hand geht. Für uns ein wahnsinnig inspirierender Ort. Wir möchten mehr Zeit dort verbringen & Design Workshops in dieser faszinierenden Umgebung veranstalten. Verschiedene Kreative einladen und an verschiedenen Projekten arbeiten. Wir denken auch an kreativitätsfördernde Workshops für Kinder. Ansonsten wollen wir weiterhin ein kleines und flexibles Studio bleiben und mit verschiedenen Freelancern zusammenarbeiten (Software Entwickler, Fotografen, Texter, …) Diese Struktur hilft uns dabei, flexibel auf Anforderungen zu reagieren und macht es uns möglich, uns auf die Projekte zu konzentrieren, die uns am Herzen liegen.

Was war eines der schönsten Projekte?

Es gibt viele schöne Projekte, wichtig sind für uns auch immer persönliche Projekte zwischendurch. Beispielsweise haben wir letzten Sommer „Ginbo“, unser eigenes Gingerbeer „gebraut“ und Etiketten und Poster dazu gestaltet. Oder wir wurden vom Icon Magazin gebeten, einfach irgendetwas bestehendes, wo wir Verbesserungsbedarf sehen, neu zu denken und zu designen. Dabei entstand ein Rebranding für die European Space Agency. Nun warten wir nur darauf, dass sie es auch wirklich umsetzen möchten  Natürlich liegen einem “Heimatprojekte” besonders am Herzen, daher habe ich mich auch extrem gefreut über den Caesar für das Rebranding der Latino Bar. Genau die Art von Projekten, die wir liebend gerne machen: Unternehmensauftritte für kleinere, leidenschaftliche Unternehmen. Ein nächstes Heimat-Traumprojekt wäre ein Rebranding für Freistadt. Die Stadt hat so viel Potential, wäre schön, wenn man das entsprechend nach außen tragen könnte. International wollen wir weiterhin mit der Weltbank zusammenarbeiten, für die wir, unter anderem, die letzten Pisa Berichte gestalten durften. Wichtig ist es für uns auch öfter weg vom Computer zu kommen. Verschiedene Techniken für Illustrationen probieren, mit verschiedenen Materialien arbeiten, etc.

Herzliche Gratulation zum kürzlich erhaltenen Werbepreis „Caesar“. Erzähl, wie war das?

Dankeschön! Unser erstes eingereichtes Projekt und dann Gold in “Corporate Design”, das hat uns sehr gefreut. Es war auch eine Freude für’s Latino zu arbeiten.
Der Ablauf ist einfach – Jeder Mitgliedsbetrieb der WKOÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation kann Projekte (in dem Fall der letzten 2 Jahre) für den Caesar Werbepreis einreichen. Es gibt 12 Kategorien und in jeder Kategorie bestimmt eine Fachjury 5 Nominierte. Bei der Caesar „Award Show“ werden dann die Gewinner jeder Kategorie in Gold, Silber und Bronze bekanntgegeben.

Wie finden euch eure Kunden?

Uns ist es ganz wichtig, dass Kunden zu uns kommen, weil sie von der Qualität unserer Arbeit überzeugt sind und ihnen gefällt, was wir machen. Wir machen keine Werbung in dem Sinne und lassen unsere Arbeiten für sich sprechen. Wir geben die Art von Projekten ins Portfolio, an denen wir auch in Zukunft arbeiten wollen. Viele Kunden kommen aus dem Internet, haben unsere Projekte auf Behance oder auf Blogs entdeckt und natürlich viele auf Weiterempfehlung. Zudem suchen wir ein monatliches „Traumprojekt“ und kontaktieren die Unternehmen dann direkt.

Wie ist die Arbeitsaufteilung?

Wir sind beide Designer insofern gibt es keine strikte Aufteilung. Wir machen Brainstormings gemeinsam, arbeiten dann jeder für sich und setzen uns daraufhin wieder zusammen um weitere Schritte zu besprechen. Für Kunden gibt es meist einen fixen Ansprechpartner, der für das jeweilige Projekt zuständig ist. Im Hintergrund arbeiten wir aber an den meisten Projekten gemeinsam. Natürlich gibt es auch Projekte, die jeder für sich macht, der Austausch ist uns aber ganz wichtig. Es gilt sich immer weiterzuentwickeln und zu verbessern und dabei ist es auch wichtig jede Arbeit kritisch zu betrachten. Ganz selten sagen wir auf Anhieb “Wow”. Gutes Design ist eben auch ein Prozess und benötigt, wie alle guten Dinge, entsprechend Zeit. Sich diese Zeit zu nehmen, so lange zu experimentieren, bis man ein tolles Ergebnis hat, macht einfach Spaß.

Und hier könnt ihr mit den beiden in Kontakt treten: Tata&Friends. Danke für das Interview.

CLOSE