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1. Juni – Katrin Pesendorfer

35 Jahre, Kräuterpädagogin, Grüne Kosmetik-Pädagogin, herbal-nerd.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe den Rosmarin-Strauch mitgebracht, weil der eines meiner liebsten Gartenkräuter ist. Die Wildkräuter sind leider heute ausgefallen, weil es gestern geregnet hat. Die soll man aber vor der Ernte mindestens zwei Tage in der Sonne stehen lassen, damit sie gut schmecken und die ätherischen Öle ihre Wirkung entfalten können.
Der Rosmarin-Strauch deswegen, weil ich ihn gerne zum Würzen nehme. Weil er ein immergrüner Strauch ist, der für Beständigkeit steht und die „immer währende Liebe“, wenn man so will und früher aus dem Grund auch im Brautstrauß gewesen ist.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Da gibt es keine Spezielle. Ich freue mich, wenn ich am Markt stehe und die Kunden durch das Aufgreifen des alten Wissens begeistern kann. Dadurch bekomme ich Bestätigung, in dem was ich mache.

Was ist die größte Herausforderung?

Das Wetter. Es muss alles Sonne-geerntet werden und so wie es jetzt oft war – wenn es alle zwei Tage gewittert – dann geht es nicht und dann stehe ich im Herbst da und denke mir `Das wird alles nichts, das ist viel zu wenig.´ Das andere ist, dass die Kräuter und Zutaten punktgenau eingekocht werden müssen, es muss reif sein, aber nicht überreif. Und außerdem meinen „Hobby-Beruf“ mit der 40 h-Arbeit unter einen Hut zu bringen.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Weiterhin viele Ausbildungen machen. Aktuell habe ich gerade den Waldluftbademeister gemacht. Shinrin-Yoku kommt aus Japan, dabei wird die gesundheitliche Wirkung des Waldes auf den Menschen erforscht. Es geht dabei um Entschleunigen, Achtsam sein, die Gäste mit zB Atem- und Yogaübungen bei der Erholung und Entspannung begleiten. Das Mühlviertler Kernland hat das Ganze ins Mühviertel gebracht: LINK. Ich beschäftige mich auch viel alten überlieferten Arznei- und Heilmitteln und habe im Mai eine Humanenergetik-Ausbildung angefangen und möchte das mit der Kräuterpädagogik so ausbauen, dass ich langfristig gesehen rein selbstständig arbeiten kann.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Katrin fotografiert?
Katrin hab ich gefragt, weil ich sehr cool finde, was sie macht. Sie macht hauptsächlich Feinkost, zB Wildkräuterpesto, Marmeladen, Chutneys. Erhältlich in ausgewählten Geschäften in Linz und Freistadt (MÜK, Samtgasse 4) und Kunsthandwerksmärkten. Sie bietet auch Workshops an zu den Themen: Hausapotheke, Kräuterkochkurse, Seifensieden.

2. Juni – Paul Latzelsperger

33 Jahre, Softwareentwickler, beardyinc.com

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Eine Langhantel aus meinem Privatbesitz – ein zentrales Element – weil ich bereits seit 12 Jahren trainiere. Das Training habe ich wenig zielgerichtet begonnen, nach ein paar Jahren hat es schließlich ernsthaftere Züge angenommen und irgendwann entstand der Plan Wettkampfsmäßig mitzumachen, also Powerlift, Kraftdreikampf. Das ist der Sport bei dem man sich am wenigsten bewegen muss, und das gefällt mir. Dann sind allerdings die Kinder dazwischen gekommen.
Es gibt dabei auch eine philosophische Komponente, das ist jetzt nicht meine Erfindung, man liest das überall, aber es ist so, dass die Hantel dich hinunterdrückt, wie das Leben auch manchmal, dann muss man einfach dagegendrücken und auffiwüten und ein Viech sein, dann gehts. Und wenn man das nicht tut, kanns passieren, dass man sich in die Hose macht.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Es ist immer dann gut, wenn man sich etwas überlegt, etwas plant, eine Strategie entwickelt, und dann geht das auf. Und das passiert – wenn man es gescheit macht – oft, und das hat dann auch lange nachher noch Bestand. Das sind die schönen Erlebnisse in meiner Arbeit.

Was ist die größte Herausforderung?

Mein aktueller Rechtsstreit mit meinem ehemaligen Arbeitgeber, der mir Dinge vorwirft, die aus meiner Sicht so nicht gewesen sind. Das ist momentan zach – aber hält mich nicht vom Kniebeugen ab.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen beruflichem Erfolg und dem was ich machen möchte – Selbstständig sein und der Familie, was aktuell ganz gut gelingt. Finanzielle Unabhängigkeit, Sorglosigkeit und ausgewogenes Familienleben wäre so ein nice to have.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Paul fotografiert?
Paul zählt zu meinen langjährigen Freunden, er hat damals unter anderem meinen Mann zum Trainieren animiert und schließlich auch mich begeistern können. Mir ist nun das zweite Kind dazwischen gekommen, aber irgendwann möchte ich auch die Hantel wieder in die Hand nehmen.
Paul löst übrigens so ziemlich jedes (Software)Problem, nur Webseiten macht er nicht. Wenn aber jemand custom made software braucht, ist er bei ihm an der richtigen Adresse.

3. Juni – Julia Maureder

31 Jahre, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, derzeit in Karenz, Babymassagekursleiterin und Hypnobirthingkursleiterin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Eine Yogamatte. Diese ist für mich gerade sehr wichtig, weil ich viele Babymassage- und auch Hypnobirthingkurse leite. Dabei geht es um Entspannung, und das kann man auf einer Yogamatte ganz gut machen.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Die schönste Begegnung war während meiner Arbeit als Krankenschwester die erste Geburt bei der ich dabei war. Dabei hab ich geweint und die Mama, die ihr fünftes Kind bekommen hat, hat mich in den Arm genommen und hat gesagt: „Komm her, ich hab jetzt schon fünf Kinder bekommen, das ist alles halb so wild.“

Was ist die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist, dass die Mütter und Wöchnerinnen alle individuell betreut werden. Wenn man ein Baby bekommen hat, ist man sehr empfindlich, und auf alle Bedürfnisse einzugehen, ist bei dem Zeitdruck, der oft in der Arbeit herrscht, sehr schwierig. Und dass man sich Sachen nicht so zu Herzen nimmt.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Wir bauen nächstes Jahr ein Haus und ich fange wieder zum Arbeiten an und irgendwann wünschen wir uns natürlich auch weitere Kinder, auf die ich mich mit Hypnobirthing vorbereiten kann und die ich dann mit Babymassagen verwöhnen kann.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Julia fotografiert?
Julia hatte zufällig Zeit, als ich Judith Hiessl fotografiert habe und es freut mich sehr, sie kennen gelernt zu haben und sie und ihr spannendes Betätigungsfeld hier vorstellen zu dürfen. Hypnobirthing fängt man übrigens ab der 15. Schwangerschaftswoche an, das ist eine Art Mentaltraining, Vorbereitung für die Geburt. Kein Geburtsvorbereitungskurs im klassichen Sinn, sondern stärkt die Weiblichkeit, das Vertrauen in den eigenen Körper, dass Frauen für das Gebären gemacht wurden und hat sehr viel mit Entspannung und Atmung zu tun. Dabei kommt Julia zu den Pärchen nach Hause, und es bekommt auch der Mann ein Werkzeug in die Hand, damit er die Frau bei der Geburt unterstützen kann. Babymassagen kann man ab dem Zeitpunkt der Geburt machen. Julia empfielt es ab der 12. Woche, weil man dann auch schon verschiedene Öle nehmen kann. Vorher sind sie aber doch noch recht empfindlich. Die Kurse gibt sie derzeit in Lasberg und Freistadt im Pfarrhof, kommt aber auch zu den Leuten nach Hause. Wer Julia kontaktieren möchte, kann dies gerne über mich machen.

4. Juni – Gerhard Rudelstorfer

56 Jahre, Wirt, foxis.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Mitgebracht habe ich einen zwölf Jahre alten Whisky. Der Whisky begleitet mich nämlich schon lange. Damals in der Tourismusschule habe ich zu diesem Thema schon ein Referat gemacht, da wusste ich noch gar nicht, dass ich einmal ein Lokal haben werde, wo der Whisky einen Schwerpunkt bildet.
Ich habe schon viele Reisen nach Schottland gemacht und war auch in den meisten Destillationen, von denen ich Whiskys da habe. Diese Reisen waren natürlich spezifisch um den Whisky ausgelegt, aber wir haben auch viel über das Land, über die Kultur gelernt. Da hab ich mich in Schottland verliebt, wir hatten immer schönes Wetter, sind auf Händen getragen worden und die Leute sind sehr gemütlich. Darum werde ich auch oft für Whisky-Verkostungen gebucht, das mache ich sehr gerne.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Diese Begegnung fand vor 25 Jahren in Irland statt. Wir sitzen da in so einem Pub und dann fragt der Wirt ob wir Live-Musik hören möchten. Dann sind wir nach hinten gegangen und da hat ein junges Mädchen gespielt, eine Studentin und der Nachbarsbub, das war ein Landwirt. Mary und Thomas haben sie geheißen. Und dann haben wir mit ihnen etwas getrunken. Damals war der Irland-Boom noch nicht so im Gange, und sie haben sich über unsere Gespräche sehr gefreut. Wir sind dann irgendwann wieder in Österreich beim Whiskyclub zusammengesessen und haben sie einfach angerufen und gefragt, ob sie nicht kommen wollen und bei uns spielen möchten. Und sie sind tatsächlich gekommen, haben das Land kennen lernen wollen, wir sind mit ihnen herumgefahren und sie haben bei uns im Lokal gespielt. Damals hatten wir noch keinen Keller und die Leute sind bis hinaus gestanden und wollten zuhören. Das war so ein klasses Erlebnis und daraus entstand auch eine Freundschaft.

Was ist die größte Herausforderung?

Ich bin der Meinung, dass man im Gastgewerbe nicht stehen bleiben darf. Man muss sich spätestens alle zehn Jahre verändern und etwas Neues bieten. Das hängt vielleicht auch mit dem wechselnden Publikum zusammen, und die Herausforderung ist, dass man für alle etwas bieten kann. Jetzt hat das Lokal mein Sohn, da bin ich sehr froh, und uns ist die Übergabe voll gelungen. Das freut mich wirklich sehr, dass man das überhaupt noch zusammenbringt, diese Familienübergaben in der Gastronomie sterben leider oft aus und ich kann vielleicht auch noch mit 80 Jahren im Lokal herumsausen.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich möchte gerne immer ein bisschen in der Gastronomie bleiben, aber im Hintergrund und alles etwas ruhiger angehen. Ich habe eh 30 Jahre voll Gas gegeben, aber derweil fühle ich mich noch sehr gut. Und wenn man viel mit jungen Leuten zu tun hat, hält einen das jung. [Flora wirft ein: Auch umgekehrt ist es sehr wichtig.] Absolut. Ich gebe zu, zuerst war ich etwas skeptisch wie Christoph das Lokal führen wollte, aber mir taugt das jetzt, das bringt frischen Wind, wie wenn neues Leben da wäre. Ich habe zu ihm gesagt: `Lass dich nicht verändern! Ich stehe hinter dir!´ Und das möchte ich auch haben, dass wir zusammenhelfen und wenn es nur ist, dass ich mit 70 Jahren ein Bier ausschenke. Sehr dankbar bin ich, dass es mir nach meinem Schlaganfall nun wieder so gut geht. Einen großen Teil dazu haben auch meine Gäste dazu beigetragen. Ich habe mich einfach dazugesetzt und obwohl ich nicht gescheit reden konnte, war ich dazu gezwungen es zu probieren. Da hab ich wie manche Gäste geklungen, wenn sie zu viel erwischt hatten. Aber alle hat es amüsiert und mir hats geholfen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Gerhard fotografiert?
Eigentlich habe ich mit seinem Sohn Christoph mehr zu tun (gemeinsam mit Sascha haben wir die Kochbücher „Quer gekocht“ 1 und 2 herausgebracht), aber gerade deshalb fand ich es spannend einmal nicht Foxi jun. sondern Foxi sen. zu portraitieren. Wir – meine ganze Familie und ich – sind gerne in Foxis Schlosstaverne, sei es zum Essen mit den Kindern, oder am Abend auf ein Bier.

5. Juni – Heidi Kreischer

war 40 Jahre lang Volksschullehrerin, jetzt im wohlverdienten „Unruhestand“, sprich Pensionistin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meine Gitarre mitgebracht, die mich ein ganzes Leben lang begleitet. Ich habe in der Jungschar Gitarre gespielt, ich habe in der Schule Gitarre gespielt, mit den Kindern in der Schule dadurch viele Stresssituationen entschärft, hab dann auch meinen Mann durchs Gitarrespielen kennengelernt in der Musikschule. Das war ein einschneidender Moment vor 38 Jahren. Auch die beeinträchtigten Schüler kann man mit der Musik fesseln, genauso wie meinen Enkelbuben, der zweieinhalb Jahre alt wird und auch im Tageszentrum musizieren wir. Und man freut sich auch, dass man so ein Talent hat Gitarre spielen zu können.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Die Kurioseste würde ich sagen, weil als Lehrer hat man sehr viele schöne Erlebnisse. Wir waren auf Projekttage in Sarleinsbach und am zweiten Abend um zehn Uhr ist der Wirt gekommen – wir waren die einzige Klasse im Seminarhaus – und dann sagt er: `Ihr habts so brave Kinder, da habts eine Flasche Muskatella, da nehmts euch.´
10 Uhr. Durchgegangen. Passt. Hingesetzt. Glas Muskatella eingeschenkt, die Flasche haben wir wohlweislich auf den Boden gestellt, geht die erste Türe auf `Kann nicht schlafen!´, geht die nächste Türe auf. Schlussendlich sind alle 18 Kinder um uns herumgesessen, zwei Weißweingläser auf dem Tisch und haben bis elf zu erzählen begonnen – im Pyjama – was sie beschäftigt, was los ist und so weiter. Ich habe mir gedacht, wenn das jemand sieht, der Lehrer mit einem Glas Wein, was ich zwar gerne trinke, aber natürlich nicht im Dienst, und dann sitzen die Kinder um dich, neben dir, hinter dir am Boden, das war für mich so eine berührende Szene wo du einfach mehr bist als Lehrer. Es hat noch ein paar andere Sachen gegeben, aber das war das spontan Herzlichste.

Was ist die größte Herausforderung?

Wie ich das erste Mal mit einer lieben Kollegin eine Integrationsklasse übernommen habe, da habe ich nicht gewusst wie es mir damit geht. Mit Down-Syndrom-Kindern und autistischen Kindern umzugehen. Das waren für mich zwölf ganz bereichernde Jahre, aber da kommt man manchmal an seine Grenzen. Das ist ein Lernprozess, und da ist wieder die Musik gewesen, die mir geholfen hat.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Zufriedenheit über das Leben, das wir gehabt haben, eine gewisse Ruhe und Dankbarkeit. Gesundheit – das wünscht sich eh jeder – und sich mit den Enkelkindern einbringen und schon das Leben einfach genießen. Und da bin ich spontan, da gibt es nicht die große Reise und den großen Plan. Ich bin ein Frühlingsmensch und das genieße ich jetzt.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Heidi fotografiert?
Weil ich Heidi in ihrer Funktion als Kulturstadträtin bei den Museumseröffnungen immer bewundert habe, wenn sie zu jedem Thema etwas passendes sagen konnte.

6. Juni – Judith Hiessl

heute 32 Jahre geworden, Gemeindebedienstete, derzeit in Karenz, Bloggerin, juxisbakery.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Eine Schürze, weil ich sehr gerne backe, aber auch koche. Ich stehe relativ gerne in der Küche, patze mich auch oft an, darum ist es gescheit, wenn ich die Schürze nehme. Meistens tu ich es trotzdem nicht, aber an und für sich ist das ein super Ding!
[Anmerkung von Flora: Wie schaut das bei euch aus? Kocht Otto mit?] Der Otto, ja, das ist mein 2-jähriger Sohn. Er kocht ein bisschen mit, aber eher in seinem Spielhaus, da wird jeder bewirtet und er schmatzt dabei so laut, als würde er wirklich etwas essen. Da muss ich immer schauen, ob er eh nichts wirklich isst. Und jeden Besuch, den wir haben ladet er auf Kuchen ein.
[Anmerkung von Flora: Wie hat das mit dem Blog begonnen?] Am Anfang hab ich die Fotos von meinen Kuchen auf mein Facebook-Profil gestellt und das Interesse nach den Rezepten war groß. Am Anfang war das wenig und mit noch nicht so guten Fotos, aber mittlerweile bin ich ganz zufrieden mit dem was ich mache. Ich habe am Anfang immer geglaubt das Rezept ist das Wichtigste, aber im Internet zählt nur das Foto.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Ich bin froh, dass ich Simone wieder getroffen habe, die ja auch einen Blog hat (LINK) (wir kannten uns zu Jugendzeiten haben uns dann aber aus den Augen verloren)… von ihr habe ich viel gelernt und sie unterstützt mich sehr – ich hoffe auch, dass ich sie manchmal unterstützen kann.

Was ist die größte Herausforderung?

Dass man die Sachen fotografiert, bevor es jemand anderes zusammen isst. Ich backe immer am Abend und da ist es oft ein Glücksfall, wenn es in der Früh noch da ist.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der Blog noch wächst und ihn mehr Leute lesen, weil ich glaube, dass ich ganz normale und einfache Rezepte habe, die jeder nachmachen kann. Und es ist cool wenn man einen Kuchen macht – es kocht eh jeder und jeden Tag, dafür gibt es wenig Anerkennung, aber stelle einen Kuchen hin und jeder ist begeistert.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Judith fotografiert?
Wir sind fast Nachbarinnen, aber haben uns lange Zeit gar nicht gekannt. Über das Fotografieren als gemeinsames Interessensgebiet sind wir schließlich aufeinander aufmerksam geworden. Ich mag ihren Stil, ihren Humor, ihren Blog und ihren Otto und deswegen darf sie hier nicht fehlen. Außerdem: Happy Birthday, liebe Juxi!

7. Juni – Prof. Herbert Wagner

87 Jahre, über 30 Jahre Mittelschullehrer für Bildnerische Erziehung, Geschichte und Werken und auch seit der Jugend „zweithauptberuflich“ Kunstmaler

Welches gerade auf die Leinwand gebannte Motiv zeigst du mir da?

Einen der weniger gewordenen romantischen Blicke über den Stadtgraben auf die Freistädter Altstadt. Allzu mächtig gewordene Bäume oder Baumgruppen verdecken so manchen reizvollen Anblick – auch für Besucher unseres historischen Kleinods.
Meine Wochenenden waren fast immer der Malerei gewidmet. Meine Gattin hat mir da sehr viel Zeit eingeräumt, wofür ich ihr auch sehr dankbar bin. Das geht nicht jedem Maler so, mancher hat mit der Malerei aufgehört, weil er familiär zu wenig Verständnis fand. Ich hatte das Glück, dass meine Frau wirklich immer hinter meinen Arbeiten stand und eine auch immer bessere Kritikerin geworden ist, was gar nicht schadet.
[Anmerkung von Flora: Malt deine Frau selbst auch?] Das nicht, aber sie hat einen guten Blick und hat sich sehr eingelebt. Das ist schön natürlich! Ich habe mein Talent vom Vater geerbt, der nicht das Glück hatte, in so eine lange Friedenszeit hineinzuwachsen wie ich, der als junger Mann den ersten Weltkrieg erlebt hat, darauf die harten Zeiten der 20er und 30er Jahre, die dann viele Leute in Fahrwasser geschleust haben, von deren schlimmen Zielen man viel zu spät erfahren hat.

Was ist das Schönste an deiner Arbeit?

Es war für mich immer ein Glückserlebnis, wenn ich das Gefühl hatte, jetzt ist mir ein Bild so gelungen, wie ich es in der Vision vor Augen hatte. Und das war – so glaube ich – oft der Fall.

Was ist für dich besondere Herausforderung?

Dass man nicht nur bei Schönwetter arbeitet, sondern auch bei düsterem und stürmischem Wetter und auch im Winter, denn mein Arbeiten vollzieht sich in erster Linie vor der Natur. Da muss man Kälte, Windböen, Verkehrslärm, brütende Hitze und beschwerliche Standorte in Kauf nehmen. Auch von Gruppen von Zuschauern, die einem auf jeden Pinselstrich schauen sollte man sich in seiner Konzentration nicht stören lassen. Andererseits zeigt es mir, dass es Menschen gibt, die sich für dieses Metier interessieren.
[Anmerkung von Flora: Und du bekommst ja auch eine direkte Bestätigung.] Ja, und man merkt, dass es doch viele Menschen gibt, die ein Motiv, an dem ich arbeite, genauso oder sehr ähnlich erleben wie ich. Als von Jugend auf Malender und Zeichnender habe ich mir angewöhnt, wo immer ich gehe, ob in der Stadt oder in der Landschaft geistig Bilder entstehen zu lassen, und möglichst bald soll das dann auch direkt geschehen. Wenn ich vor einem Motiv stehe, zerlege ich die Farbwerte, suche ich mir die charakteristischen Formen und Farben heraus und habe schon den Pinsel oder den Stift in der Hand. Ich zeichne auch mit der Feder, habe auch Sgraffitos, Wandbilder und Mosaike gemacht, von den Techniken her habe ich nie Eingrenzungen gehabt. Wenn man wenig Zeit hat, macht man eine schnelle Skizze, die kann genauso reizvoll sein, wie ein gelungenes großes Gemälde. Die Technik hängt aber auch oft vom Motiv ab. Manches muss man in Öl malen, aber es gibt Motive, die das Aquarell aufdrängen, oder strukturelle Dinge, die man besser mit der Feder oder mit Stiften herausschälen und betonen kann. Der Maler sieht die Szenerie, sucht seine Auswahl heraus und macht dann über Auge und Empfinden und von Hand etwas eigenes draus. Die gegenständliche Malerei will sich nicht messen mit der perfekten Fotografie, sondern es ist etwas, wo der Mensch mit seinem pulsierenden Erleben seine eigene Welt entstehen lässt. Und es ist schön, wenn es Mitmenschen gibt, die das auch schätzen und nacherleben können.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich bin 87 und fühle mich nach einer überstandenen gesundheitlichen Krise wie neu geboren, und hoffe noch lange meiner Passion nachgehen zu können, und möchte jetzt eine Spätphase anlaufen lassen, die um einen Schritt monumentalisierender, reduzierender ist. Das ist theoretisch schnell gesagt, und auch im Kopf schon lange konkret, aber in dem Augenblick, in dem man das gewohnte Material und den Pinsel in der Hand hat, und dazwischen die notwendigen Arbeiten und Handlangereien wie Tuben drücken, Pinsel putzen und so weiter ausübt, verliert man nicht selten diese Vision. Und jetzt möchte ich daran arbeiten, diese Spätphase in Angriff zu nehmen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Prof. Wagner fotografiert?
2011 hat Andrea Fröhlich über Prof. Herbert Wagners Leben und Schaffen in den Freistädter Geschichtsblättern geschrieben, ich habe damals das Layout gemacht und durfte ihn dabei kennen lernen und ihn auch fotografieren. Erhältlich ist dieser sehr interessante Band übrigens im Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt.
Und wie es der Zufall will, habe ich gerade ein paar Portraits für diese Serie fotografiert und Prof. Wagner malte draußen vorm Linzertor. Ich habe mich sehr gefreut, und möchte mich noch einmal bedanken, dass er eingewilligt hat, seine Staffelei für mich ins Linzertor zu tragen, und ganz spontan meine vier Fragen für uns beantwortet hat. An dieser Stelle auch alles Gute, damit alle Pläne für die Zukunft glücken mögen.

8. Juni – Kristina Haberkorn

31 Jahre, Turnusärztin, zurzeit in Karenz

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe eine Kette mitgebracht, mit einem Kleeblattanhänger. Die Kette ist mir wichtig, weil sie ein Erbstück ist und weil ich sie zur standesamtlichen Hochzeit getragen habe. Wir sind während der Hochzeit draufgekommen, dass ganz zufällig das gleiche Datum hinten eingraviert ist, nur 114 Jahre früher. Ob da jemand geheiratet hat oder was das Datum sonst bedeutet, das weiß leider keiner mehr.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Dass ich ganz viele neue Leute kennengelernt habe, durch das Rotieren auf den verschiedenen Stationen, die auch jetzt noch meine Freunde sind.

Was ist die größte Herausforderung?

Das selbstständige Arbeiten, die Nachtdienste und die immer wieder neuen Herausforderungen auf den unterschiedlichen Stationen.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Langfristig gesehen wünsche ich mir viel Platz in einem Haus zu haben.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Kristina fotografiert?
Sie zählt zu meinen langjährigen Freunden und obwohl ich sie schon sehr lange kenne, war es auch für mich spannend was sie wohl mitbringen würde. Wie die Zeit doch auch das Interesse an den Dingen verändert.

9. Juni – Martin Duschlbauer

33 Jahre, Busfahrer, duschlbauer-reisen.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Einen zwanzigseitigen Würfel. Und er bedeutet für mich: Egal wie gut ich mich im Leben vorbereite, ein bisserl ein Zufall spielt immer mit.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Wenn ich zum Beispiel die Bücher vom Spiel mit habe [Anm. d. Red. DSA – Das schwarze Auge] und ich irgendwo während der Ruhephasen mit dem Bus stehe und Zeit zum Lesen habe, und irgendwer Wildfremder kommt her und sagt: „Hey – DSA!“, dann freut mich das. Meistens habe ich vieles davon auf den Reisen mit, und sicher auch schon einige dieser Würfel irgendwo in Europa verloren.

Was ist die größte Herausforderung?

Dass es so viel zu tun gibt, und ich nicht mit der Arbeit nachkomme.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Mehr reisen. Im Sinne von ich möchte selbst diese Reisen machen, organisieren und anbieten.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Martin fotografiert?
Martin ist ebenfalls ein langjähriger Freund, der im Gegensatz zu Kristina allerdings noch nicht so oft vor meiner Kamera stand. Ich bewundere sein Durchhaltevermögen (und das Auskommen mit wenig Schlaf) weil er mit seiner Familie das Reisebüro und den Reisedienst Duschlbauer Reisen führt und nebenbei auch auf der Uni ist.

10. Juni – Maria Fellner

58 Jahre, Religionslehrerin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meine Bibel und meine Wanderschuhe mitgebracht. Das symbolisiert für mich: Ich möchte meinen Lebensweg mit Gott gehen.
Die Liebe zum Gehen haben meine Eltern in mir geweckt. Sie haben mit uns Kindern viele schöne Wanderungen und Bergtouren gemacht. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Die Bibel habe ich gekauft als ich als fertige Juristin noch einmal von vorn begonnen habe und Theologie zu studieren begann. Dieses Studium ermöglichte mir einen komplett neuen Blick auf das Leben und legte den Grundstein für meinen Beruf als Religionslehrerin. In der Bibel finde ich viele Geschichten und Texte, die mich einfach froh machen. Sie liegt mir am Herzen, weil sie das Gottvertrauen und die Zweifel der Menschen zum Ausdruck bringt und die Liebe Gottes zu uns. Es gibt auch manch Unverständliches, aber die Bibel ist dick genug, dass ich mich an die schönen Stellen halten kann. Ein Satz kommt immer wieder vor: Fürchte dich nicht. Das stärkt mein Vertrauen ins Leben und meine Zuversicht.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Ich hatte als Religionslehrerin schon viele schöne Begegnungen. Eine aus der Zeit als ich noch in der Volksschule unterrichtet habe ist mir besonders in Erinnerung geblieben. In einer 3. Klasse zeigte ein ganz lieber, sehr ruhiger Bub auf und machte mir ein besonderes Kompliment: „Ich mag Reli, weil ich mich bei dir ausrasten und zugleich etwas lernen kann.“ Herz was willst du mehr!

Was ist die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war ein Schüler, der in der 4. Klasse Hauptschule zu uns kam, weil er in eine Pflegefamilie übersiedelte. Dieser vom Leben gebeutelte junge Mensch war für uns Lehrerinnen und Lehrer immer wieder wegen seiner Ausdrucksweise schwierig. Die ganze Klasse veränderte sich sehr durch seine Anwesenheit. Leider ist es mir nicht gelungen, ihn für Religion zu interessieren. Zwei Jahre nach seinem Hauptschulabschluss war ich mit meiner Freundin Gabi beim Rosenhoferteich baden. Da kam ein junger Mann und grüßte mich ganz freundlich. So kam dieses stressige Jahr im Nachhinein zu einem versöhnlichen Abschluss.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Beruflich hoffe ich, die letzten Jahre als Religionslehrerin bei stabiler Gesundheit und mit Freude leben zu können. Ich möchte den jungen Leuten Vertrauen ins Leben, Vertrauen zu Gott vermitteln. Privat bin ich ein ziemlicher Familienmensch, ich möchte mir viel Zeit für meine entzückenden Enkelkinder Ilvi und Lara nehmen. Mit meinem Mann Fritz hoffe ich auf viele interessante Ausflüge und Reisen. Und immer wieder die Wanderschuhe anziehen und mich auf den Weg machen getreu meinem Motto: Geh, denn es ist gut für dich. Gott geht mit.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Maria fotografiert?
Weil ich ständig die verschiedensten Mamas und Omas und Papas und Opas fotografiere, bloß nicht meine eigenen. Das gehört geändert.

11. Juni – Helmut Steinecker

37 Jahre, Kunststudent, helmut-steinecker.com

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Schwimmzeugstasche und Kaffeetasse.
Seit einer heftigen Schulterverletzung schwimme ich viel und werde grantig wenn ich nicht Zeit dazu hab. Deshalb sind Schwimmbrille, Haube, Hose, großes Mikrofaserhandtuch und Wattestäbchen immer recht kompakt mit dabei. Und ohne zwei schnelle Espresso kann der Tag nicht starten (zum Fototermin musste ich aus Zeitnot den zweiten beim Hinfahren zu mir nehmen). Eigentlich ist ja mein Auto mein heimliches Lieblingsding, weil ich die Freiheit die damit verbunden ist, gern hab. Es ist keine Kamera, weil eine oder zwei davon sowieso ständig im Kofferraum herumkugeln.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

In den letzten Jahren durfte ich einige sehr sehr schöne Begegnungen erleben. Ich will keine Namen nennen, das wäre zu privat, aber es gab ein paar Begegnungen die durch diese künstlerische Arbeit zustande kamen, die mich sehr geprägt, bereichert und auch glücklich gemacht haben. Das Zwischenmenschliche ist ja ohnehin die Essenz in der künstlerischen Arbeit. Am schönsten sind die Menschen, die bleiben.

Was ist die größte Herausforderung?

Im Beruflichen das Durchsetzen, weil ich sonst eher der Ruhige im Hintergrund bin. Im Privaten das Zusammenbringen von allem, also Töchter, Familie, emotionale, finanzielle und berufliche Angelegenheiten.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Als Kunstschaffender ist man immer wieder mit dem klischeehaften Vorwurf konfrontiert, sich selbst verwirklichen zu wollen. Von solchen Sichtweisen halte ich mich eher fern. Vielmehr geht es mir um die Arbeit mit und für Menschen. In meiner Jugend hab ich Dachdecker und Spengler gelernt, wobei ich das Existenzielle an dem Beruf sehr geschätzt habe – jemandem ein Dach über dem Kopf bauen. So ein Ziel habe ich in der Kunst auch: jemandem ein intellektuelles Dach zu bauen. Und natürlich will ich auch privat glücklich sein und weiterhin ein guter Papa sein. Ich glaube das glücklich sein sollte man betonen, das kommt in letzter Zeit, zumindest politisch gesehen, einem unerreichbaren Luxus gleich.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Helmut fotografiert?
Helmut hab ich gefragt, weil er ein lieber Kollege von mir ist, und ich besonders seine ruhigen Schwarz-Weiß-Fotos bewundere. Auf seiner Homepage gibt es weitere Informationen zu seinen Publikationen und Ausstellungen.

12. Juni – Eva Schermann

69 Jahre alt, pensionierte Volksschullehrerin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meine winzig-kleine Sony Kamera. Ich fotografiere deswegen, weil es mir die Möglichkeit gibt – ich glaube es zumindest – den Augenblick festzuhalten. Was im Augenblick schön ist, das möchte ich mir gerne hinüberretten, möchte ich fast sagen. Und die Erfahrung zeigt, dass schon die Fotos die schönen Erlebnisse verstärken.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Das betrifft jetzt eigentlich gar nicht meinen Beruf. Nachdem jemand gestorben war, den ich sehr gern gehabt habe, und ich diese Zeit an seinem Krankenbett erlebt habe, habe ich gemerkt, dass ich gut zuhören kann. Ich bin dann in unser Krankenhaus gegangen und habe dort mitgeholfen, dann hat die Krankenhausseelsorgerin gesagt, na ich soll doch einfach auch ein paar Wortgottesfeiern gestalten. Ob ich das kann? Damals hat noch der Engelbert Schöffl gelebt, und da hab ich dann ein sehr ernstes Gespräch mit ihm gehabt, und der hat gesagt: „Ja, probiers!“ Wie er in seiner optimistischen Art war, ermutigte er mich die Ausbildung zur Wortgottesfeier-Leitung zu machen. Das war für mich überhaupt ein sehr berührendes Erlebnis, weil ich bis zu seinem Tod dann mit ihm immer wieder in Verbindung war und dann ist er zu mir gekommen und hat sich verabschiedet. Das war zwar traurig, aber auch schön.

Was ist die größte Herausforderung?

Wie ich Mitte 40 war habe ich begonnen in Integrationsklassen zu unterrichten und das war ein sehr schönes Erlebnis. Ich habe auch Kollegen gehabt, wir haben uns das erarbeitet und das war sehr zeitintensiv. Ich hab das wirklich gerne gemacht. Und wie ich erlebt habe, dass die Kinder wirklich gut miteinander umgehen haben können, und wie sie sich auch gegenseitig helfen zu integrieren, also das war für mich eigentlich das Erlebnis. Ich weiß noch, da war ein Schüler, der hat nicht gescheit gehen können und der ist immer gekrabbelt. Und einmal in der Pause krabbelt er zu einem Tisch hin, zieht sich hoch und steht auf einmal. Und spontan haben alle Kinder, die um ihn gestanden sind, applaudiert. Ja, auch so etwas passiert, das war sehr schön.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich bin im Freien Radio Freistadt, da möchte ich noch ein bisschen mitarbeiten, da kommen immer Schwerpunktthemen, die mich sehr interessieren. Und nach wie vor bin ich auch im Krankenhaus, da halte ich Wortgottesfeiern und spende nacher die Kommunion. Das ist schon intensiv, wenn einem die Leute sehr persönliche Sachen erzählen, das nimmt einen auch her, aber ist keine verlorene Zeit, sondern eine gefundene Zeit.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Eva fotografiert?
Eva war meine Lehrerin in der Volksschule, da hab ich sie sehr gerne gehabt und ansonsten laufen wir uns manchmal bei den Ausstellungseröffnungen im Museum Freistadt über den Weg und sind so wieder ins Reden gekommen. Sie gestaltet die Sendereihe „Im Gespräch“ im Freien Radio Freistadt und hat mir noch viele, viele Namen gesagt, die eigentlich ebenfalls portraitiert gehören. Mal sehen.

13. Juni – Lena Schacherl

10 Jahre, Schülerin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meine Balettschuhe. Die sind wichtig für mich, weil ich finde, dass ich mit denen einfach besser tanzen kann.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Dass ich meine Freunde sehe. Und beim Tanzen machts mir sehr Spaß, dass ich auch manchmal die Lehrerin überzeugen kann, dass wir die Sachen machen dürfen, die wir uns selbst ausdenken. Das Schönste ist dann immer die Aufführung.

Was ist die größte Herausforderung?

Dass man im Takt bleibt. Man muss auch viel üben.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich möchte in die Musikhauptschule gehen. Und einmal Profitänzerin werden.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Lena fotografiert?
Lena ist die Tochter von Margit (Portrait folgt). Lena tanzt bereits seit fünf Jahren, das finde ich sehr toll für so ein junges Mädchen. Verraten hat sie mir auch, dass sie am liebsten Musik, Werken und Religion in der Schule hat. Ich wünsche ihr auch weiterhin viel Freude am Tanzen, und dass sich ihre Pläne erfüllen mögen.

14. Juni – Niki Heumader

32 Jahre, Mama & Büroangestellte

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Mitgebracht hab ich meine „Love Bridge“, ein Armkettchen auf dem die Namen unserer Kinder Michael & Sophie eingraviert sind. Es war ein Geschenk meiner Eltern an mich. Warum mir dieses Kettchen besonders am Herzen liegt… meine 2 Kinder nehmen den größten Teil meines Herzens ein und sie sind auf diesem besonderen Schmuckstück den ganzen Tag mit mir unterwegs.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Hauptberuflich bin ich Mama, nebenberuflich bin ich im Büro einer Fahrschule. An beiden „Berufen“ liebe ich einfach den täglichen Kontakt mit den verschiedensten Menschen. Egal, ob es Kindergarten- und Schulfreunde der Kinder sind, liebe Kollegen oder Freundinnen – Quatschen ist einfach eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Was ist die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist meiner Meinung nach, das Leben in der richtigen Balance zu halten. Kinder, Ehemann, Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit uvm. unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer ganz so einfach, aber sehr wichtig um glücklich zu sein.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Eigentlich wünsche ich mir nur, dass alles so toll weiterläuft wie bisher. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und hoffe, gemeinsam mit meinen Lieben, gaaanz alt zu werden.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Niki fotografiert?
Niki ist mit mir in die Schule gegangen, und ihre Kinder sind schon etwas größer als die meinen. Ich habe sie dafür schon früher bewundert, so angekommen im Leben irgendwie. Das war zumindest mein Blick auf die Dinge, aber er dürfte nicht so falsch gewesen sein.

15. Juni – Wolfgang Gratzl

29 Jahre, Pastoralassistent

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Einen Akkuschrauber mit Schlagbohrfunktion, weil ich gerne handwerke. Das ist abseits meiner beruflichen Tätigkeit ein schöner Ausgleich. Der Akkubohrer, vor allem wenn man schraubt, ist eine Möglichkeit, dass man Dinge miteinander verbindet. Ich sehe auch meinen Beruf als Möglichkeit jetzt keine Dinge aber Menschen miteinander zu verbinden. Die Menschen miteinander verbinden, sie mit sich selbst und vielleicht auch mit Gott, wobei man immer auch wissen muss, Menschen sind nicht wie Holz. Da darf man nicht so technisch denken, dass man glaubt man kann da jetzt einfach jemand zusammenzwingen, sondern immer mit großem Respekt vor der Freiheit des Gegenübers.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Ich habe mit Jugendlichen über einen längeren Zeitraum gemeinsam den Jugendraum renoviert, und da war auch das Verbindende so stark spürbar. Wir haben natürlich auch handwerklich viel gemacht. Da war beides. Da sind Menschen zusammengewachsen, wir haben aber auch verschiedene Baumaterialien miteinander verbunden. Und das ist bis heute etwas, das für mich lebendig ist.

Was ist die größte Herausforderung?

Die Freiheit des Menschen, des Gegenübers. Wo man immer wieder lernen muss, sich selbst zurückzunehmen und dass man nicht so wie bei einem IKEA-Bausatz einen mustergültigen Plan für alles hat. Man braucht halt immer wieder neue Lösungsansätze und muss es auch manchmal aushalten, dass es keine Lösung gibt.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Dass ich vielleicht wieder erleben darf, dass das politische Pendel, das eher in Richtung Nationalismus geht und eher in Richtung Egoismus, wieder in die andere Richtung ausschlägt und das Verbindende wieder kommt und Multikulturalität wieder zu einer Idee an die man glaubt. Das ist mein großer Wunsch.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Wolfgang fotografiert?
Wolfgang hat unsere beiden Mädels getauft und auch viele der Kinder, die es in unserem Freundeskreis gibt. Auch beruflich, wenn ich Taufen fotografiere, arbeiten wir öfters zusammen, was mich immer sehr freut. Ich schätze seine Art und das Talent immer neue und passende Worte für die Eltern und die Kinder zu finden. Ich habe das Gefühl er macht seine Arbeit sehr gerne, und deswegen wollte ich ihn portraitieren.

16. Juni – Christa Oberfichtner

58 Jahre, Obfrau vom Verein Mühlviertel Kreativ, muehlviertel-kreativ.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Das ist das „M“, der Anfangsbuchstabe vom MÜK und von Maria (Ruhsam), meiner Stellvertreterin und allerbesten Freundin. MÜK steht für Mühlviertel Kreativ Haus und das „M“ begleitet uns schon lange im Verein Mühlviertel Kreativ, der seit der ersten Idee Träger des MÜK ist. Wir wollten ein Haus haben, das von oben bis unten mit Kunst, Handwerk und Kulinarik gefüllt ist. Diese Sachen soll man angreifen können, anschauen, man soll sich im Haus wohlfühlen, es soll ein Treffpunkt sein, man soll sich mit den Handwerkern und Künstlern austauschen können. Man soll sich an den Dingen, die drin sind erfreuen, wobei diese nicht nur Deko sind, sondern auch viele nützliche Dinge, die einfach schön gemacht sind. Die Dinge stammen von den kleinen Werkstätten, die wir im Mühlviertel haben, wo man die Leute kennt und weiß, dass ihnen die Qualität wichtig ist. Und letztlich soll das, was vom Ertrag übrig ist auch wieder in der Region bleiben, bei den Leuten selber.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Das MÜK gibt es jetzt seit 2016, und es war eine Dame da von der Uni Krems, die eine Studie gemacht hat über Handwerk und handwerkliche Erzeugnisse in Österreich. Sie war total begeistert, und hat gesagt, das ist genau das was unsere Zeit braucht. Das war ein richtiger Ritterschlag, ein Schulterklopfen, dass wir am richtigen Weg sind.

Was ist die größte Herausforderung?

Das war die Finanzierung. Obwohl wir das Haus zu unserer Freude in einem sehr guten Zustand vorgefunden haben und einen ganz lieben Hausherren haben, haben wir doch einiges investieren müssen. Das waren 80.000 Euro, die in die Infrastruktur vom Haus geflossen sind – Beleuchtung, EDV, Sicherheitssystem und diese Dinge. Das ist für kleine Künstler, Kunsthandwerker und Handwerker ein großer Brocken, auch wenn man es miteinander trägt. Da waren wir schon sehr froh und dankbar, dass wir vom Mühlviertler Kernland und vom Wirtschaftsministerium eine Startförderung erhalten haben. Es war uns bewusst, dass wir das nicht auf ein Jahr machen, sondern längerfristig sicher stellen, und da muss man auch längerfristig finanziell rechnen. Und das war und ist noch immer die größte Herausforderung.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Mittelfristig, dass das Haus in allen Angeboten bekannt wird, im Mühlviertel und im Raum Linz, das ist unser Haupteinzugsbereich. Wenn man etwas Schönes sucht, soll man ins MÜK gehen, das ist der Plan für die nächsten zwei bis drei Jahre und dann schauen wir weiter.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Christa fotografiert?
Christa habe ich das erste Mal beim Gründerservice der WKO getroffen, daran kann sie sich vermutlich gar nicht mehr erinnern, ist schon ein Weilchen her. Dann bin ich über das Kochbuch und eine gemeinsame Bekannte zum Verein gekommen und von da an auch immer mal wieder beim MÜK dabei. Ich staune, wie man so ein Riesenprojekt als Verein umsetzen kann und freue mich, dass Christa das M mitgebracht hat. Wer das MÜK nicht kennt – was ich nicht glaube – sollte unbedingt einmal hinschauen.

17. Juni – Thomas Christof

30 Jahre, Fliesenlegermeister, fliesen-christof.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Den Fallschirm, weil das Fallschirmspringen ein super Hobby ist. Wenn man nicht in der Arbeit ist, braucht man irgendeinen Ausgleich. Mich reizt daran, dass es nicht ein jeder macht, man kommt an die frische Luft und außerdem ist es ein bisschen ein Nervenkitzel.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Das ist jedesmal wenn eine Baustelle fertig ist und sich die Kunden freuen.

Was ist die größte Herausforderung?

Die Zeit, alles wird immer hektischer!

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Man soll so bleiben wie man ist.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Thomas fotografiert?
„Fliesi“ gehört ebenfalls zu meinen Freunden und ich habe ihn noch nie fotografiert. Grund genug. Übrigens springt er nicht nur so zur Gaudi aus dem Flieger, sondern ist auch Staatsmeister im Speed-Skydiving. Auf einer Messstrecke von tausend Metern mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 509 Kilometern pro Stunde stellte er einen neuen österreichischen Rekord auf und ist einer von einer Hand voll Sportlern weltweit, denen es gelang die 500er Marke zu knacken.

18. Juni – Sonja Plöchl

20 Jahre, theoretisch Make-up Artist, praktisch gerade als Lebenskünstlerin (zum Großteil via work away) am Reisen

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meinen Universum-Rucksack mitgenommen, der ist auf Reisen mein Haus quasi. So bezeichne ich ihn immer, weil ich da alles drinnen habe was ich brauche und da hängen auch meine kleinen Reisebegleiter dran, da ich ja alleine bin, und dann halt die Maus und das Rentier mithabe. Die zwei habe ich bekommen, wie ich so vier/fünf war und die waren immer überall mit. Der Aufdruck vom Rucksack erinnert mich auch immer daran, dass meine Problemchen eigentlich unbedeutend sind.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Da waren sehr viele schöne Begegnungen dabei, manchmal kommt es mir vor als hätte ich schon verschiedene Leben durchgespielt. Besonders in Erinnerung ist mir eine geblieben. Wie ich letztes Jahr in Schweden war, haben wir Musik aufgedreht und getanzt – ohne Alkohol, ohne Schuhe und ohne zu reden. Und ich habe mich so verbunden mit der Musik gefühlt, dass ich zum ersten Mal so richtig alles abgelegt habe. Also `Wie schaue ich aus?´ und `Wie kann ich mich jetzt weiter bewegen?´ oder `Wo schaue ich hin?´ – das war alles weg. Das hat einfach mit den Leuten total gepasst.

Was ist die größte Herausforderung?

Mit der konstanten Aufmerksamkeit und der sehr präsenten männlichen Energie auf Reisen umzugehen. In Indien war das sehr stark in manchen Städten, dass man als weiße Frau, oder grundsätzlich als Frau sehr viel Aufmerksamkeit kriegt. Und das ist sehr ungewohnt, dass man richtig angestarrt wird. Bei uns schauen die Männer auch wieder weg, wenn man zurückschaut, dort schauen sie halt einfach weiter. Damit umzugehen, das war manchmal schon sehr herausfordernd. Und auch meine eigenen Vorurteile nicht wirken zu lassen, weil doch sehr viele Leute zu mir gesagt haben `Pass dort auf, pass da auf´ und dass da keine Angst in mir aufkommt. Weil mir ist nichts passiert, und das ist super, aber wenn ich das Gefühl der Angst aufkommen hätte lassen, wäre es nicht so schön gewesen.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Mein nächstes Land ist Bulgarien, dann drei Wochen Schweden, dann eine Woche Kroatien, also bis Ende Juni weiß ich es. Und das fühlt sich eh schon komisch an, dass ich drei Länder geplant habe, normal habe ich ein Land als Ziel und vielleicht bleibe ich dort eine Woche oder zwei Monate, das weiß ich noch nicht. Das meiste mache ich mit work away. Da hat jeder ein Profil, die Hosts und die Workawayer und die finden sich zusammen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Sonja fotografiert?
Sonja ist meine Cousine und sie ist eine so wandelbare junge Frau, die schon viel gesehen hat, Erfahrungen bei Austrias Next Topmodel gesammelt hat, sich aber von den aufoktroyierten Körperbildern nicht mehr beeinflussen lässt und ihren Weg geht. Dafür wünsche ich ihr natürlich auch weiterhin alles Gute.

19. Juni – Hubert Roiß

70 Jahre, BHS-Lehrer für Tourismus und Marketing, Geschichte und Geographie in Ruhe

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe das Keltenbuch mitgebracht. Die Kelten verfolgen mich wahrscheinlich schon seit dem sechsten Lebensjahr und haben mich bis heute nicht losgelassen. Sie waren die erste Hochkultur, haben aber überhaupt keine schriftlichen Hinterlassenschaften, aber in der Landschaft sind ihre Sprachreserven zu finden. In den Ortsbezeichnungen, Flurnamen und vor allem auch in den Familiennamen findet man die keltischen Sprachspuren, und die geben Hinweise auf Straßen, Wege und so weiter – ein total interessantes Kapitel.
[Anm. von Flora: Hast du ein Beispiel für uns?] Ein konkretes Beispiel wäre etwa die Ortschaft Vierzehn. Da sind alle der Meinung das kommt von der Zahl 14 oder von „vier zeihn“, dass man also da Ochsengespanne vorgespannt hat, das heißt aber „HOCH-STRASS“, VIA – die Straße und ZEN heißt der Berg.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Einfach immer die Begegnung mit den jungen Leuten.

Was ist die größte Herausforderung?

Die Bürgerinitiative „Holzmitte“, die Abwehr der Sondermülldeponie im Weinbergerholz 1987.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Dass ich 95 Jahre alt werde, dass ich Großvater werde, das wäre wunderschön, und dass ich möglichst noch viele Sachen schreiben und tun kann was mir Spaß macht.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Hubert fotografiert?
Als kleines Mädchen wurde ich oft von meinem Papa in die Museen der Region mitgenommen, wenn er dort mit Hubert gearbeitet hat. Somit muss ich eigentlich sagen, kennt Hubert mich schon sehr lange. Ich habe nach meinem Studium fast ein Jahr mit Hubert gemeinsam für die Mühlviertler Museumsstraße gearbeitet. In diesem Jahr habe ich beruflich, aber auch menschlich sehr viel von ihm gelernt.

20. Juni – Viktoria Einfalt

33 Jahre, Angestellte in einer Werbeargentur

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meinen Reisekoffer mitgebracht, weil ich sehr gerne reise, das ist eines meiner Lieblingshobbies. Ich möchte die Welt kennenlernen, die Kulturen und die Menschen. Mein Ziel wäre alle Kontinente zu erreichen und zu bereisen. Einige habe ich schon geschafft, ein paar fehlen noch, Südamerika, Afrika und natürlich die Antarktis. Ganz oben auf meiner Wunschliste steht zur Zeit Hawaii, das ist halt sehr weit und auch nicht so billig, aber das wird sich sicher irgendwann mal ergeben.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Ich bin seit ca. fünf Jahren in meiner jetzigen Arbeit, und das Schönste ist, dass wir so ein gutes Arbeitsklima haben. Wir verstehen uns in der Arbeit so gut, dass aus Kollegen und Kolleginnen Freunde geworden sind. Wir unternehmen auch außerhalb der Arbeit was und das finde ich besonders schön. Abgesehen davon mache ich meine Arbeit sehr gerne, man kann sich kreativ austoben.

Was ist die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist ständig etwas Neues zu entwickeln, immer im Trend zu sein. Sei es jetzt Social Media oder andere Trends die den Kreativmarkt beherrschen, dass man da den Anschluss nicht verliert.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich möchte nach wie vor in dieser Arbeit bleiben und jeden Tag mit Freude hineingehen, das ist für mich das Wichtigste. Und allgemein jeden Tag zu genießen und sich zu freuen, dass man gesund ist.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Viktoria fotografiert?
Viktoria und ich haben eine gemeinsame liebe Freundin auf deren Hochzeit wir uns kennengelernt haben. Seit zwei Jahren halte ich sie außerdem in Evidenz, falls ich wieder einmal ein Fotoprojekt starte und siehe da, heute hat es wunderbar gepasst. Danke für deine Geschichte!

21. Juni – Stefan Haubner

37 Jahre, technischer Angestellter

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Einen Commodore 64. Das war mein allererster Computer, seit dem ich denken kann gibt es dieses Ding und auf dem hab ich Computerspielen und Programmieren gelernt. Was ich heute noch mache, hobbymäßig. Bei den allerersten Programmierschritten war ich vielleicht fünf oder sechs Jahre, das waren ganz einfache Schleifen und kleine Programme, bei denen man etwas eingeben konnte, kleine Spielchen. Anfangs, wenn man Computerspielen wollte, musste man das Spiel vorher abtippen. Da hat man Computermagazine gekauft und da waren zum Beispiel acht Seiten mit Code abgedruckt, den hat man abtippen müssen und dann konnte man spielen. Und weil der C64 keine Festplatte hatte und wir zu Beginn auch kein Laufwerk hatten, konnte man das abgetippte Spiel auch nicht abspeichern. Wenn du den Computer ausgeschalten hast, war es wieder weg. Weil Laufwerke sehr teuer waren, fast so teuer wie der Computer selbst, bekamen wir diese erst später. Erst ein Kassettenlaufwerk, dann ein Diskettenlaufwerk. Dann hat man die Spiele oder Programme auch speichern und wieder laden können. Das Ding ist jetzt 35 Jahre alt und seit dem gibts das bei uns daheim, mittlerweile im Keller. Ein bis zwei Mal im Jahr wird es eingeschaltet und mit meinem Bruder zusammen ausprobiert und ja… Nostalgie.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Arbeitsmäßig finde ich es immer super, wenn man irgendetwas zu tun hat, was mit Programmieren zu tun hat und sich dann zurückerinnert wie da die Anfänge waren. Dass man sehr viel, was man mit dem C64 gelernt hat, heute auch noch umsetzen kann.

Was ist die größte Herausforderung?

Eine Herausforderung ist es immer wenn man neue Probleme lösen muss, also keine Routinesachen, sondern Aufgaben, die man noch nicht kennt. Was eigentlich die Arbeit spannend macht.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Jetzt momentan mich mit den Kindern zu beschäftigen. Die sind ja noch ganz klein.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Stefan fotografiert?
Stefan hat bei allen unseren gemeinsamen fotografischen Projekten, die wir so im Laufe der Jahre umgesetzt haben, den technischen Part übernommen. Weil ich schon froh bin, wenn ich den Akku richig und geladen einlege, hat Stefan alle möglichen Probleme gelöst, angefangen von: der Blitz blitzt nicht, der Fernauslöser löst nicht aus. Er war aber genauso bei der kreativen Ideenfindung dabei und in allen Belangen unterstützend. Ohne ihn gäbe es keine TRÄUME IN BILDERN und auch so gehe ich gerne mit ihm auf ein Bier in die Sailors (zur Zeit eher weniger, aber das wird auch wieder irgendwann leichter gehen).

22. Juni – Erika Witt

58 Jahre, Sozialarbeiterin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meinen Rucksack. Er ist mir wichtig, weil er mich auf meinen Wanderungen begleitet. In dem Rucksack sind natürlich alle wichtigen Dinge drin, die man braucht, wenn man ein paar Tage unterwegs ist. Meine Utensilien zum Schlafen, meine Jause und ein bisschen Gewand, ein paar Schmerztabletten wenn die Zähne spinnen. Solche Sachen eben, alles für den täglichen Bedarf.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Das sind Begegnungen mit Menschen gewesen, denen es nicht so gut gegangen ist, und wo es gelungen ist über Beziehung eine Lösung zu finden.

Was ist die größte Herausforderung?

Es auszuhalten wenn es anderen nicht so gut geht und man nichts tun kann.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Meine Pläne sind eine erfüllte Zeit zu haben mit vielen menschlichen Begegnungen und schönen Wanderungen und Reisen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Erika fotografiert?
Erika ist meine Tante, wir nennen sie auch „Moam“ [zu hochdeutsch „Muhme“], eine Bezeichnung die ich sehr mag und eigentlich keiner mehr wirklich kennt. Kann man auch adaptieren, wenn man Kinder hat wird das zu „Großmoam“ – zumindest bei uns.

23. Juni – Werner Stütz

34 Jahre, Arzt

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meine Kletterschuhe mitgebracht weil sie mein Leben so nachhaltig verändert haben wie kaum etwas anderes. Es ist zwar sicher bereits mein zwanzigstes Paar, doch mein erstes war ein Geschenk meines Bruders zum 23igsten Geburtstag. Ich bin durchs Klettern ausgeglichener und selbstbewusster geworden und habe viele Länder bereist in die ich sonst nie gekommen wäre. Und vor allem habe ich viele wichtige Menschen kennengelernt die ich sonst nie getroffen hätte.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Seitdem Ich Hausarzt bin betreue ich immer wieder auch Menschen die im Sterben liegen. Die erste Patientin die ich über 4 Monate hinweg betreut habe war eine sehr positive Begegnung. Obwohl ich eigentlich nichts rettendes Tun konnte habe ich erfahren wie wichtig es ist manchmal einfach da zu sein und zuzuhören.

Was ist die größte Herausforderung?

Ich muss mich immer wieder, gerade wenn es sehr stressig ist, darauf konzentrieren nicht abzustumpfen. Häufig bin ich mit ähnlichen Dingen konfrontiert und ich möchte dabei jedesmal aufs neue den nötigen Einsatz und die nötige Empathie mitbringen.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Ich will dass was ich mir in den letzten 2-3 Jahren hart und unter ziemlich viel persönlichem Einsatz erarbeitet habe in vollen Zügen geniessen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Werner fotografiert?
Werner kenne ich aus verschiedenen Bereichen, einmal natürlich wegen seiner Tätigkeit als Arzt – mein Kind habe ich ihm da immer gerne anvertraut – andererseits durfte ich ihn und seine Familie schon öfters fotografieren. Besonders in Erinnerung ist mir das selbstgebaute Mobile mit Steinen von verschiedenen Klettertouren geblieben, das sein kleiner Sohn damals über dem Gitterbett hängen hatte. Und ja, ich war neugierig auf diese Geschichte. Danke fürs Erzählen!

24. Juni – Doris Neumüller

38 Jahre, AHS-Lehrerin für Englisch und Spanisch am Gymnasium Freistadt

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meinen Kreidehalter. Ich liebe ihn. Er war eines der ersten Dinge, die ich mir zu Beginn meiner Berufslaufbahn als Lehrerin gekauft habe und den ich seitdem fast täglich in der Hand halte. Wenn ich einmal ohne ihn an der Tafel schreibe, fehlt er mir sofort. Das Schreiben mit ihm hat für mich etwas sehr Poetisches. Er ist in gewisser Weise auch mein Talisman und war nicht unmaßgeblich an der Entstehung der Tafelbilder-Idee (Flora, du hast davon ja im Rahmen eines Blogbeitrags über die 150 Jahr-Feier des Gymnasiums, berichtet) beteiligt.
Die Tafel, die auch auf dem unteren Bild zu sehen ist, war ein Geschenk meiner ehemaligen Klassenvorständin und jetzigen Kollegin Ulrike Mitterlehner, mit der ich bei den Tafelbildern zusammengearbeitet hatte. Die rote Schultasche habe ich mir auf einer Englandreise gekauft. Sie ist echte englische Handarbeit und ebenfalls ein „Lieblings(schul)ding“ von mir.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Da gibt es viele. Mir fallen zum einen viele schöne Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen im Konferenzzimmer ein, die ich nicht missen möchte. Zum anderen natürlich die Begegnungen mit meinen Schülerinnen und Schülern, die ich als bereichernd empfinde. Erst letzte Woche hatten meine heurigen Maturantinnen und Maturanten ihre Maturafeier (Du erinnerst dich, die Klasse, die du für mich im November letzten Jahres fotografiert hast?) und da konnte ich wirklich nicht anders als ein paar Tränen zu vergießen. Die 8AB ist mir in den vier Jahren Oberstufe sehr ans Herz gewachsen und mit ihnen habe ich ein paar der schönsten Lehrermomente in meiner bisherigen Berufslaufbahn erlebt.

Wenn ich noch eine besondere Begegnung herausnehmen soll, dann gehe ich ganz an den Anfang meines Unterrichtens zurück, als zu Beginn meines Praktikums am Gymnasium Freistadt fast zeitgleich unsere damalige Fremdsprachenassistentin für Englisch an die Schule kam. Frances kam aus Yorkshire und fiel mir mit ihren wunderschönen langen roten Haaren sofort auf. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und verbrachten während des Schuljahres viel Zeit miteinander. Der Kontakt ist seit damals nie abgerissen und diese Begegnung hat sich zu einer wunderbaren Freundschaft entwickelt, die in all den Jahren gewachsen ist. Frances hat mir die englische Sprache, das Land und die englische Kultur auf inspirierende, beeindruckende und sehr prägende Art (noch) näher gebracht. Dafür bin ich ihr bis heute dankbar und ich freue mich jedes Mal riesig, wenn wir uns auf gegenseitigen Besuchen – mittlerweile mit unseren Männern und Kindern – wiedersehen.

Was ist die größte Herausforderung?

Sich tagtäglich mit ganzem Einsatz auf das Wesentliche – meine Schülerinnen und Schüler und die tägliche Unterrichtsarbeit – zu konzentrieren und beides nicht aus den Augen zu verlieren, was angesichts der vielen Reformen und Neuerungen in den letzten Jahren und dem vermehrten organisatorischen Aufwand des Schulalltags doch eine große Herausforderung für uns Unterrichtende darstellt.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Weiterhin an jedem Schultag morgens so gerne das schöne Schulgebäude in der Freistädter Zemannstraße zu betreten und sich auf meine Schülerinnen und Schüler und die Arbeit mit ihnen zu freuen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Doris fotografiert?
Doris hat mich und meine Klasse während der Schulzeit im Gymnasium auf unserer Wienfahrt begleitet, die mittlerweile auch schon wieder ein Weilchen her ist. Wiedergesehen haben wir uns letztes Jahr beim Foodblogger-Workshop (Fotos gibts HIER) und der 150-Jahr-Feier vom Gymnasium. Es freut mich, dass sie diese bunten Portraits aus ihrer Perspektive ergänzt.

25. Juni – Fritz Fellner

62 Jahre, Kustos im Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Einen alten Fotoapparat. Er ist mir wichtig, weil ich seit meiner Kindheit fotografiere. Damals mit der Kamera von meinem Vater, zur Firmung habe ich eine eigene Kamera bekommen und als ich meine Frau kennen gelernt habe, hatten wir dann eine Dunkelkammer. Damals habe ich nur schwarz-weiß Filme entwickelt und schwarz-weiß Vergrößerungen, bis zu 30×40 cm. In der ersten Wohnung, in der wir waren, war das Klo und das Bad so umgebaut, dass es eine Dunkelkammer war. Wenn ich untertags fotografiert habe, habe ich am Abend bereits die Bilder entwickelt.
[Flora sagt: Ich kann mich erinnern, es hat geheißen `Wenn das Licht rot ist, darf man nicht hinein´] Genau. Das heißt die Abende habe ich im Rotlichtmilieu verbracht, und zwar in der Dunkelkammer. [lacht]
Die Fotos habe ich alle noch beisammen, die meisten sind eh in Fotoalben eingepickt. Das war ein Spaß, ich hatte immer den Fotoapparat mit, wenn ich wo unterwegs war und das ist auch jetzt eigentlich noch immer so. Dunkelkammer habe ich keine mehr, die braucht man nicht mehr. Jetzt ist das Fotografieren natürlich weit leichter und geht rasanter. Aber es war auch das schwarz-weiß Fotografieren interessant, ich digitalisiere jetzt alle schwarz-weiß Filme, damit ich da weiterbearbeiten kann.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Ich habe fünf Jahre bei der Dorfentwicklung gearbeitet, und da habe ich viele Leute kennengelernt, angefangen von der Landbevölkerung, den Pensionisten bis hin zu Architekten, die das Denkmalamt geschickt hat. Das war sehr spannend, genauso wie im Museum, da kommen auch immer sehr viele Gleichgesinnte zusammen.

Was ist die größte Herausforderung?

Wie bringt man das Analoge ins Digitale? Das wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Das Digitale wird vorherrschen und wir werden sicher auch viele Objekte am Monitor anschauen, weil es anders gar nicht mehr gehen wird.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Weiter so fotografieren wie bisher. Und dass ich meine analogen Schätze digitalisieren kann, da bin ich noch lange nicht fertig damit.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Fritz fotografiert?
Fritz ist mein Papa und hat meinen bisherigen Weg stark geprägt. Stunden um Stunden haben wir gemeinsam für meine Diplomarbeit historische Fotografien von Freistadt analysiert und bearbeitet, und er hat mir die Freude fürs Fotografieren, aber auch fürs Museum mitgegeben, ohne mich je in eine Richtung zu drängen. Für jedes noch so verwackelte und schlechte Foto von mir (oder die Rohfassungen verschiedenster Exposés während des Studiums) nahm er sich Zeit, gab Kritik oder Lob, jedenfalls immer sinnvolle Anmerkungen und dafür möchte ich Danke sagen.

26. Juni – Margit Morawetz-Schacherl

35 Jahre, Angestellte im Kino Freistadt

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meine Lieblingsuhr, meine neueste Errungenschaft. Sie ist mir wichtig, weil ich sie zum Geburtstag bekommen habe. Ich hatte irgendwie schon immer einen Uhrentick und mir von meinem ersten Lohn eine Uhr gekauft und das zieht sich durch. Ich habe jetzt ca. 15 Uhren die funktionieren und ca. 5 die leider nicht mehr gehen. Also so in Summe habe ich ca. 20 Uhren daheim. Mir gefällt, dass es ein Schmuckstück ist und immer wieder variabel zu jedem Kleidungsstück einsetzbar.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Dass ich viel mit Leuten zu tun habe, mit denen ich auch außerhalb der Arbeit gute Connections haben, dass sich daraus Freundschaften gebildet haben.

Was ist die größte Herausforderung?

Das Zeitmanagement. Dass man Familie, Kinder, Mann und Arbeit alles unter einen Hut bringt.
[Flora sagt: Du machst ja sehr viel was deine Arbeit betrifft…] Ja, zusätzlich bin ich im Café Suchan tätig, da habe ich die Geschäftsleitung über. Über mir sind die Chefs und ich habe die Personalleitung über, genauso wie im Kino, bei der Sunnseitn, Heimatfilmfestival, ja also veranstaltungsmäßig bin ich auch unterwegs, bin somit viel unter Leuten. Viel Abendaktivität, viel Freizeit wenn die Kinder daheim sind, das ist alles machbar.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Wünsche – ganz wichtig: gesund sein – gesund bleiben. Die Motivation zur Arbeit und zur Familie und zu dem Ganzen nicht verlieren und einfach positiv durchs Leben gehen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Margit fotografiert?
Wir wohnen ja quasi neben dem Kino Freistadt und da laufe ich natürlich auch Margit immer wieder über den Weg. Ich wollte sie schon längst einmal fotografieren, und wieder war ein spontanes Treffen vorm Kino der Grund, warum wir wieder ins Reden gekommen sind und nun haben wir es endlich geschafft.

27. Juni – Gertrude Dienstl-Ottensamer

40 Jahre, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrum Purzelbaum

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe meinen Notizblock mitgebracht, weil ich diesen immer mit dabei habe, damit ich mir die unterschiedlichsten Dinge notieren kann. Ob das jetzt was für den Purzelbaum ist, oder eine Idee, die mir spontan eingefallen ist, oder fürs Studium [Anm.: Webwissenschaften] irgendetwas, ganz egal. Ich habe mittlerweile einige Notizbücher für unterschiedliche Sachen. Ich habe das gerne in unterschiedlichen Kategorien, damit ichs dann schneller wieder finde. Das ordnet ein bisschen meinen Kopf.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Die schönsten Begegnungen habe ich fast jeden Tag. Das ist im Purzelbaum, wenn die kleinen Kinder zu mir herüberkommen ins Büro und einfach einmal nachschauen, wer denn da sitzt, was denn die da tut. Meistens ganz schüchtern, und dann wieder gehen, ohne dass sie irgendetwas sagen. Das ist so witzig. Und dann sehe ich natürlich auch zum Teil wie sie aufwachsen, wie sie immer schneller werden, das ist sehr schön und bereichert das Leben und darum mach ich das auch sehr gerne im Purzelbaum. Das sind so die kleinen Momente.

Was ist die größte Herausforderung?

Momentan ist meine größte Herausforderung, dass ich alles unter einen Hut bringe. Weil man überall so viele Baustellen hat und trotzdem das eine oder andere machen will, für sich selber, die Familie und natürlich auch im Job… Ich denke mir immer: Man kann alles schaffen, es gibt für alles eine Lösung. Und wenn man die Dinge etwas lockerer nimmt, dann passt das. Gut Ding braucht Weile.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, dann dass man nicht perfekt sein muss, den eigenen Fähigkeiten vertrauen soll und Kooperation immer die bessere Strategie ist.
Meine Pläne/Wünsche sind, dass ich, trotz der vielen Terminkollisionen, mein Studium Webwissenschaften abschließe und dann das Erlernte einsetze, um das Leben mit Hilfe von neuen Medien/neuen Technologien etwas leichter zu gestalten. Ideen hab ich schon viele … mal schauen, was die Zukunft bringt.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Gerti fotografiert?
Natürlich sind meine Kinder der Auslöser gewesen, dass ich damals ins Purzi gegangen bin. Irgendwie sind Gerti und ich dann ins Reden gekommen, über die Fotos und über das Kochbuch „Quer gekocht“ und begegnen uns des öfteren, weil wir scheinbar viele gleiche Wege haben. Ich mag diese kurzen Gespräche, darum hat es mich gefreut, dass sie heute auch hier ist.

28. Juni – Isabella Koller

24 Jahre, Marketing-Studentin

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meine Marktingbücher. Momentan habe ich sehr viel zu lernen, besonders viel aus diesen Büchern. Ich studiere in verschiedene Richtungen, also Direkt-Marketing, Werbung mit Neuromarketing, Online-Marketing (Facebook, Social Media), wie man da am Besten mit Leuten umgeht, was man darf, was man nicht darf, wie man Leute von Produkten überzeugt. Am Spannendsten ist die Kombination aus Kreativität und Strategie. Man kann nicht nur kreativ sein, man muss auch überlegen, was sind meine Ziele, wie kann ich diese Ziele umsetzen und wie schaffe ich es damit die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen?

Was ist die schönste Begegnung, die während deinem Studium entstanden ist?

Die ganzen Gastvorträge. Da erzählen die verschiedenen Marketing-Manager, wie in den Unternehmen in der Praxis gearbeitet wird. Was wir lernen ist der Idealfall, aber in der Praxis muss alles viel schneller gehen mit weniger Budget.

Was ist die größte Herausforderung?

Dass man sich etwas Neues überlegt, und nicht beim Alten hängenbleibt und neue Wege geht.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Im Marketingbereich arbeiten, aber ich weiß noch nicht wo. Vielleicht in einem Unternehmen, vielleicht in einer Agentur, das bleibt noch offen.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Isabella fotografiert?
Isabella habe ich immer mal wieder vor der Linse. Zuletzt etwa HIER mit ihrem Freund Dominic gemeinsam. Und jetzt wollte ich gerne wissen, was sie für ein Ding mitbringt. Übrigens, Haare und Make-up sind von Doris Winkler.

29. Juni – Katrin Höfinger

31 Jahre, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Meine Decke. Der Tag ist mit unseren zwei kleinen Kids von (sehr-)frühmorgens bis (sehr-)spätabends vollends ausgefüllt. Im glücklichen Fall, dass mal beide Babyphone schweigen, hab ich manchmal kurz Zeit um auf der Couch zu sumpern, die Decke drüberzuziehen und mal nichts zu tun.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Da fallen mir spontan so einige ein. Es ist ein gutes Gefühl, wenn Patienten, die große, schwere OP’s hinter sich hatten oder schwer krank waren plötzlich vor der Tür stehen um uns wissen zu lassen, dass es ihnen besser geht. Auch während meiner Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff konnte ich einige enge Freundschaften knüpfen, die nach so langer Zeit immer noch Bestand haben und die ich nicht mehr missen möchte.

Was ist die größte Herausforderung?

Erstens mein Sohn, der momentan seine Liebe zur englischen Sprache entdeckt hat und mich täglich fragt, was denn nun Mähdrescher/Kreiselschwader/Kartoffelvollernter auf Englisch heisst. Antworten wie: ‚Das weiss ich nicht’ werden nicht toleriert und mit: ‚Dann schau nach…’ kommentiert.
Weiters du, liebe sportmotivierte Flora. Neben Kind und Kegel Zeit für gemeinsamens Sporteln zu finden ist oft eine Herausforderung, umso schöner ist’s, wenns doch manchmal klappt

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Am allermeisten wünsche ich mir natürlich (so wie alle anderen Muttis auch) dass meine Kinder zu glücklichen gesunden Menschen heranwachsen. Früher bin ich so wahnsinnnig gerne gereist, wenn sich das in mittelferner Zukunft hin und wieder ausgeht, das wär schön.

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Katrin fotografiert?
Katrin hat einen Sohn, der bis auf vier Tage gleich alt ist wie Ilvi. Da gibt es natürlich immer viel zu bereden. Außerdem stand auch sie schon lange nicht mehr vor meiner Kamera.

30. Juni – Karin Ardeleanu

46 Jahre, Friseurin in Linz, tg-haarstudio.at

Welches Ding hast du uns mitgebracht? Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Ich habe ein Bettelarmband mitgenommen, das ich von meinem Sohn nach meiner Scheidung bekommen habe und das liegt mir sehr am Herzen.

Was ist die schönste Begegnung, die während deiner Arbeit entstanden ist?

Die war vor einem Jahr – ich bin jetzt fast 14 Jahre als Friseurin berufstätig – da ist eine Dame gekommen, die uns erzählt hat, dass sie einige Jahre nicht mehr beim Friseur war. Sie konnte es sich nach der Scheidung mit vier Kindern einfach nicht leisten. Die Kinder studieren jetzt alle und sie haben zusammengespart und ihrer Mutter einen Friseurtermin ermöglicht, weil sie sich sonst immer selbst die Haare geschnitten hat. Diese Frau war dann da und wollte total anders aussehen. Ich habe sie dann umgestyled und wie sie sich gesehen hat, und ihr alle Komplimente gemacht haben, neue Haarfarbe, neuer Schnitt, hat sie zu weinen begonnen. Das hat mich sehr berührt, wir haben uns umarmt und ich habe mitgeweint. Am nächsten Tag ist sie gekommen mit einem Buch und Merci als Dankeschön. Der Kontakt ist auch geblieben, sie kommt ab und zu auf einen Kaffee vorbei, so etwas habe ich noch nie erlebt. Schon erschreckend, dass sich wer den Friseur nicht leisten kann.

Was ist die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist eigentlich dass nix schief geht. Wir arbeiten viel mit Chemikalien und es kommen so viele verschiedene Typen jeden Tag. Im Prinzip sind wir oft wie Therapeuten, und die Menschen sind so unterschiedlich und da muss man sehr feinfühlig sein, dass man genau das trifft, was sie wollen. Die Kundengewinnung ist auch immer wieder eine Herausforderung, dass sich der Stammkundenkreis erweitert.

Wie sind deine Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Das Wichtigste ist die Gesundheit, dass ich noch lange meinen Beruf ausüben kann. Dass es denen, die mir nahe stehen, sprich Kinder, Familie, Freund, gut geht und sie gesund bleiben. Das wünsche ich mir vom Leben, keinen Reichtum, sondern Gesundheit und Zufriedenheit. Was mir natürlich auch sehr wichtig ist, ist mein Enkelkind, das bald auf die Welt kommt, dass er gesund ist – und ich freue mich schon sehr!

[Anm. d. Red.] Wieso habe ich Karin fotografiert?
Karin hat sich auch damals auf meinen Aufruf bei der Suche nach neuen Gesichtern gemeldet und obwohl wir bei diesem Projekt etwas aneinander vorbei geredet haben, und uns fast verpasst hätten, freut es mich, dass wir es nun doch geschafft haben.

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