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Etwa 100 Jahre ist es her, seit der Reisigkranz mit seinen vier Kerzen als Symbol für die vier Adventsonntage in Österreich Einzug gehalten hat.

Ursprünglich kannte man in Deutschland grüne Zweige, Kerzen und Kränze. Allerdings waren diese zusammenhanglos und ohne Verbindung zu Weihnachten.

Angesichts des Kinderelends errichtete Johann Hinrich Wichern (1808-1888), Begründer der Inneren Mission, das „Rauhe Haus“ in Hamburg. Dort wurde während der Adventandacht täglich auf dem großen Kronleuchter eine neue Kerze entzündet.

Die Verbreitung vom protestantischen Norden erfolgte dann auch schnell in den katholischen Süden. Über Kirchen, Schulen, die NSDAP und in Österreich lebende Deutsche wurde der Adventkranz vor allem bis 1945 schnell beliebt. In Linz und anderen Städten kann man erst nach dem 2. Weltkrieg von allgemeiner Verbreitung sprechen. Nicht lange danach gab es auch eigene Segnungen des Adventkranzes bzw. der Kerzen meist am Vorabend des 1. Adventsonntages.

„Der weitere Weg, den der Adventkranz von Kirchen, bürgerlichen Familien und Schulen nahm, lässt sich leicht verfolgen: Er taucht in Büros und in Geschäften auf, verändert dort aber seinen Inhalt. Denn hier bedeutet der Adventkranz nichts anderes als Weihnachtsdekoration, gleichbedeutend mit Lebkuchen, Geschenkpackerl oder Weihnachtsmann.“

(Quelle: Euler-Rolle, Andrea: Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus. Oberösterreichs Bräuche im Jahreskreis. Linz, 102.)

Ich wünsche allen einen schönen ersten Advent!

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